Botschafter Michael Kindsgrab besuchte am 24. und 25. Oktober Göygöl und Shamkir

Botschafter Michael Kindsgrab besuchte am 24. und 25. Oktober in Göygöl  und Shamkir, beides Rayons, die durch ihre Geschichte der deutschen Besiedlung im 19. Jahrhundert einen besonderen Platz unter den aserbaidschanischen Regionen einnehmen. Die ehemaligen Helenendorf und Annenfeld waren die wichtigsten Zentren des deutschen Lebens in Aserbaidschan von Anfang des 19. Jahrhunderts bis zu der gewaltsamen Umsiedlung der Aserbaidschandeutschen durch die sowjetische Regierung nach Zentralasien im Herbst 1941.

In Göygöl am 24. Oktober traf Botschafter Kindsgrab Gouverneur Arif Seyidov und tauschte sich mit ihm über Geschichte und Entwicklung des Rayons aus. In intensiven Gesprächen mit dem Göygöl vertretenden Abgeordneten der Nationalversammlung, Herrn Rövshan Rzayev, wurden aktuelle Fragen der deutsch-aserbaidschanischen Beziehungen erörtert. Gouverneur Seyidov führte den Botschafter durch die historischen Straßenzüge von Göygöl, die früher die erste deutsche Siedlung auf dem aserbaidschanischen Boden bildeten. Mehrere Dutzend Häuser schwäbischer Kolonisten, einschließlich der ehemaligen lutherischen Kirche (jetzt Regionalmuseum) und einer Musikschule, sind in den letzten Jahrzehnten liebevoll restauriert worden. Botschafter Kindsgrab begrüßte die Bemühungen der aserbaidschanischen Behörden um die Bewahrung der Erinnerung an ihre früheren deutschen Mitbürger.  Das Haus des letzten, vor einigen Jahren verstorbenen deutschen Bewohners des Ortes – das Viktor-Klein-Haus – wurde ebenfalls besucht. Hier soll in den kommenden Jahren ein Museum der Deutschen in der Region und in Aserbaidschan entstehen, die Vorbereitungsarbeiten laufen bereits.

In der Wein- und Spirituosenfabrik Xan wurden Botschafter Kindsgrab die neuen Produktionsmethoden vorgestellt. Auch hier haben die deutschen Siedler Spuren hinterlassen – die wunderbar erhaltenen Weinkeller laden zum Verweilen und Nachdenken über die lange Weinbautradition dieser Region ein.

Am 25. Oktober besuchte Botschafter Kindsgrab die Provinz Shamkir. Dort traf er auf die Abgeordnete der Nationalversammlung Sona Aliyeva und führte Gespräche mit den Vertretern der Exekutivverwaltung. Der Botschafter besuchte das Heydar-Aliyev-Center, das Fahnenmuseum und das Haus der Jugend. Botschafter Kindsgrab besichtigte die ehemalige Kirche und die von schwäbischen Siedlerhäusern geprägte  Innenstadt.

In den Gewächshäusern der „AzAqro“ wurde dem Botschafter die moderne Blumen- und Gemüseproduktion auf höchstem internationalen Niveau vorgestellt. Ein Teil der hier angebauten Rosen und Gurken geht in den Export. Botschafter Kindsgrab begrüßte die Bemühungen der aserbaidschanischen Seite um eine Diversifizierung der Wirtschaft und verwies auf das große Potenzial für einen Ausbau der deutsch-aserbaidschanischen Unternehmensbeziehungen. Die deutsch-aserbaidschanische Auslandshandelskammer in Baku, die einzige deutsche Auslandshandelskammer in der GUS außerhalb von Moskau, sei eine ausgezeichnete Anlaufstelle für alle interessierten deutschen und aserbaidschanischen Unternehmen.